Hair

Haare stellen ein geeignetes Untersuchungsmaterial zur Überprüfung eines Substanzmissbrauchs dar. Unabhängig von der Art der Aufnahme der Fremdstoffe (oral, nasal, intravenös oder inhalativ), werden diese in die Haarstruktur eingelagert und langfristig gespeichert. Probenmaterial: Prinzipiell ist für die Analyse auf einen Fremdsubstanzmissbrauch jedes Haar (Kopf-, Achsel-, Brust-, Schamhaar usw.) geeignet. In der Regel wird jedoch für die Probe eine etwa bleistiftdicke Haarsträhne möglichst kopfhautnah am Hinterkopf entnommen. Einzelne Haare eignen sich nicht für eine Untersuchung. Kontamination und Manipulation von Haarproben: Aufgrund der exponierten Lage der Haare kann es zu äußeren Antragungen kommen. Beispielsweise können die Haare einer Person die selbst keine Drogen konsumiert, aber mit Drogenkonsumenten in Kontakt kommt, durch Cannabisrauch oder Kokainstaub kontaminiert werden. Um ein falsch positives Laborergebnis durch derartige externe Antragungen auszuschließen, wird das Probenmaterial deswegen vor der Extraktion ein oder mehrmals gewaschen. Im Zweifelsfall muss bei positiven Laborergebnissen nachgeprüft werden können, ob die letzte Waschflüssigkeit rauschmittelfrei war. Haaranalyse Drogen Der Konsum von Drogen und Medikamenten kann durch eine Haaranalyse über einen wesentlich längeren Zeitraum nachgewiesen werden als es bei einer Blut- und Urinanalyse der Fall ist. Die konsumierten Substanzen bzw. deren Abbauprodukte lagern sich in den Haarwurzeln ein und bleiben dauerhaft in der Haarmatrix gespeichert. Das genaue Zeitfenster ist dabei abhängig von der Haarlänge. Bei einer durchschnittlichen Haarwachstumsrate von ca. 1 cm pro Monat kann beispielsweise anhand einer 12 cm langen Haarprobe das Konsumverhalten eines gesamten Jahres untersucht werden. Haaranalyse Alkohol (EtG) Der Nachweis eines chronischen oder exzessiven Alkoholmissbrauchs ist im Haar über die Bestimmung des direkten Alkoholmarkers Ethylglucuronid (EtG) möglich. Genau wie bei Drogen und Medikamenten gilt auch bei der Haaranalyse auf EtG, dass 1 cm Haar einen Zeitraum von einem Monat abdeckt. Allerdings wird bei der Untersuchung auf Alkohol im Haar ein maximaler Nachweiszeitraum von 3 Monaten empfohlen. Dies liegt an den hydrophylen Eigenschaften von EtG, was zu einem "Auswaschen" aus dem Haar führen kann. Demzufolge nimmt die Konzentration zu den Haarspitzen ab, was bei Untersuchungen über einen längeren Zeitraum ggf. zu falsch negativen Befunden führen kann.

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