Laborservice

Warum eine Bestätigungsanalyse?

Obwohl die spezifische Determinante eines Antikörpers nur auf ein Antigen reagiert, kann es vorkommen, dass Moleküle mit einer sehr ähnlichen Struktur ebenfalls eine Reaktion eingehen und zu falsch positiven Ergebnissen führen. Betroffene Patienten kennen diesen Effekt und geben immer wieder an, dass ein neues Medikament die Ursache für eine positive Urinkontrolle sein könnte.

Um ein genaues Ergebnis zu bekommen würde der fragliche Urine ins Labor geschickt werden und dort mittels GC/MS auf die sich im Urin befindlichen Stoffe getestet. Mit der GC/MS werden auch manipulierte Urine (Abgabe Fremdurin/Verfälschung durch Zugabe anderer Stoffe von außen) und Kreuzreaktionen nachgewiesen.


Ein bekanntes Beispiel ist die Kreuzreaktivität des Codeins zu den Opiaten. Bei einem Patienten, der Codein einnimmt, kann der Schnelltest auf Opiate positiv ausfallen, da die Moleküle so ähnlich in der Struktur sind, dass der Antikörper sie nicht unterscheiden kann. Hier hilft nur eine GC/MS Bestätigungsanalyse, um das 6-Monoacetylmorphin, ein Abbauprodukt des Heroins und nicht des Codeins, als Leitsubstanz nachzuweisen.

Wir bieten durch unser Partnerlabor eine GC/MS als Bestätigungsanalyse an. Die nachgewiesenen Stoffe werden differenziert, wie zB. bei den Benzodiazepinen oder Amphetaminen. Des Weiteren können biogene Drogen wie LSD und Buprenorphin auf Nachfrage nachgewiesen werden.

Wie ist der Ablauf der Bestätigungsanalyse?

Sie erwerben von uns einen Anforderungsschein für die Analyse sowie Probenbehälter und Versandmaterial. Sie füllen den Anforderungsschein aus und senden die Probe an unser Labor. Bitte kennzeichnen Sie die Probe aus Datenschutzgründen möglichst in anonymer Form. Sobald die Proben analysiert und ausgewertet sind, werden Sie über das Ergebnis informiert.

GC/MS was ist das?

Gaschromatographie mit anschließender Massenspektroskopie

Dieses Verfahren kann nur in einem Labor durchgeführt werden.
Die Mittels GC getrennten Substanzen werden in einem Massenspektrometer weiter zerlegt. Hierzu werden die Stoffe ionisiert und in einem elektrischen
Feld je nach Masse getrennt. Es entsteht ein zweidimensionales Feld mit verschiedenen Peaks. Jede einzelne Verbindung kann nun identifiziert werden.
Die Auswertung erfolgt anhand von Tabellenwerten und geeigneter Software. Die Peakhöhen gestatten eine quantitative Auswertung.
Die GC/MS ist wegen ihrer hohen Genauigkeit die Referenzmethode und wird als Bestätigungsanalyse bei der Drogenanalytik mit immunologischen Schnelltests eingesetzt.

Wird eine Abstinenzkontrolle von einer Fahrerlaubnisbehörde angeordnet, kann diese das Probenmaterial bestimmen. Das Laborergebnis darf zum Zeitpunkt der Begutachtung bei der Begutachtungsstelle für Fahreignung nicht älter als zwei Monate sein. 

MPU Abstinenznachweis mittels Urinanalysen

Urinanalysen können als Momentaufnahmen des Alkohol- bzw. Drogenkonsums betrachtet werden, d.h. der Nachweis der jeweiligen Substanzen im Urin ist nur für einen begrenzten Zeitraum möglich. Für einen Abstinenznachweis im Rahmen der MPU anhand von Urinanalysen werden daher mehrere Urinproben im Rahmen eines Urinkontrollprogramms benötigt.

Dabei verpflichten Sie sich während eines vertraglich festgelegten Zeitraums mehrmals zu unregelmäßigen und unvorhergesehenen Terminen zur Probennahme zu erscheinen. Die Einbestellung erfolgt am Vortag. Die Urinprobe wird unter Sicht abgegeben.

Die genaue Anzahl der Probennahmen richtet sich nach dem individuellen Nachweiszeitraum. In der Regel werden für ein halbes Jahr 4 Proben und für ein ganzes Jahr 6 Proben abgegeben. Im Falle von Alkoholabhängigkeit oder bei harten Drogen ist ein Nachweiszeitraum von einem Jahr der Regelfall.           

MPU Abstinenznachweis mittels Haaranalysen

In den Haaren wird die Information über einen Alkohol- oder Drogenkonsum weitaus länger gespeichert. Je nach Substanz, Nachweiszeitraum und zur Verfügung stehender Haarlänge reicht im Falle einer Haaranalyse deshalb oft schon eine einzige Probennahme. Um eine Anerkennung der Laborergebnisse für die MPU zu gewährleisten, muss diese durch eine autorisierte Person (z.B. den Hausarzt) erfolgen. 

Für die Probe wird Ihnen eine bleistiftdicke Haarsträhne in der entsprechenden Länge möglichst kopfhautnah am Hinterkopf abgenommen und mit dem jeweiligen Anforderungsschein an das Labor versandt.

Precheck

Neben der Unannehmlichkeit sich dem Idiotentest stellen zu müssen, ist der gesamte MPU-Prozess auch relativ kostenintensiv. Zusätzlich zu den Gebühren für die eigentliche Begutachtung (gem. Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt)) entstehen noch Kosten für den Abstinenznachweis und evtl. für die Vorbereitung auf die MPU.

Ein negatives MPU-Gutachten ist deshalb nicht nur ärgerlich, sondern treibt zudem auch die Kosten für die Wiedererlangung des Führerscheins in die Höhe. Aus diesem Grund kann es für Sie sinnvoll sein einen Precheck durchführen zu lassen. So können Sie ggf. ausschließen, dass Sie aufgrund des Abstinenznachweises an der MPU scheitern und den ganzen Prozess ein weiteres mal durchlaufen müssen. 

Gerne beraten wir Sie darüber, welches Vorgehen für Sie optimal ist!

Sie können unsere Laborservices auch ganz einfach online bestellen (bitte hier klicken!)

 

Haaranalyse Drogen / Alkohol (EtG)

Haare stellen ein geeignetes Untersuchungsmaterial zur Überprüfung eines Substanzmissbrauchs dar. Unabhängig von der Art der Aufnahme der Fremdstoffe (oral, nasal, intravenös oder inhalativ), werden diese in die Haarstruktur eingelagert und langfristig gespeichert.

Probenmaterial:

Prinzipiell ist für die Analyse auf einen Fremdsubstanzmissbrauch jedes Haar (Kopf-, Achsel-, Brust-, Schamhaar usw.) geeignet. In der Regel wird jedoch für die Probe eine etwa bleistiftdicke Haarsträhne möglichst kopfhautnah am Hinterkopf entnommen. Einzelne Haare eignen sich nicht für eine Untersuchung.

Kontamination und Manipulation von Haarproben:

Aufgrund der exponierten Lage der Haare kann es zu äußeren Antragungen kommen. Beispielsweise können die Haare einer Person die selbst keine Drogen konsumiert, aber mit Drogenkonsumenten in Kontakt kommt, durch Cannabisrauch oder Kokainstaub kontaminiert werden. Um ein falsch positives Laborergebnis durch derartige externe Antragungen auszuschließen, wird das Probenmaterial deswegen vor der Extraktion ein oder mehrmals gewaschen. Im Zweifelsfall muss bei positiven Laborergebnissen nachgeprüft werden können, ob die letzte Waschflüssigkeit rauschmittelfrei war.

Haaranalyse Drogen

Der Konsum von Drogen und Medikamenten kann durch eine Haaranalyse über einen wesentlich längeren Zeitraum nachgewiesen werden als es bei einer Blut- und Urinanalyse der Fall ist. Die konsumierten Substanzen bzw. deren Abbauprodukte lagern sich in den Haarwurzeln ein und bleiben dauerhaft in der Haarmatrix gespeichert. Das genaue Zeitfenster ist dabei abhängig von der Haarlänge. Bei einer durchschnittlichen Haarwachstumsrate von ca. 1 cm pro Monat kann beispielsweise anhand einer 12 cm langen Haarprobe das Konsumverhalten eines gesamten Jahres untersucht werden.

Bei Überschreitung folgender Konzentration in der Probe ist das Untersuchungsergebnis positiv:

ParameterGrenzwerteng/mg
Amphetamine
(Amphetamin, Metamphetamin, MDMA, MDE, MDA)
0,1
Benzodiazepine
(Diazepam, Nordazepam, Oxazepam, Flunitrazepam, 7-Amino-Flunitrazepam, Bromazepam, Alprazolam, Lorazepam)
0,5
Cannabinoide
(Tetrahydrocannabinol)
0,02
Kokain
(Benzoylecgonin)
0,1
Opiate
(Diacetylmorphin (Heroin), 6-MAM. Codein, Dihydrocodein (DHC), Morphin, Methadon, EDDP)
0,1

Haaranalyse Alkohol (EtG)

Der Nachweis eines chronischen oder exzessiven Alkoholmissbrauchs ist im Haar über die Bestimmung des direkten Alkoholmarkers Ethylglucuronid (EtG) möglich. Genau wie bei Drogen und Medikamenten gilt auch bei der Haaranalyse auf EtG, dass 1 cm Haar einen Zeitraum von einem Monat abdeckt. Allerdings wird bei der Untersuchung auf Alkohol im Haar ein maximaler Nachweiszeitraum von 3 Monaten empfohlen. Dies liegt an den hydrophylen Eigenschaften von EtG, was zu einem "Auswaschen" aus dem Haar führen kann. Demzufolge nimmt die Konzentration zu den Haarspitzen ab, was bei Untersuchungen über einen längeren Zeitraum ggf. zu falsch negativen Befunden führen kann.  

Das Trinkverhalten kann anhand folgender EtG-Konzentrationen im Haar klassifiziert werden als:

TrinkverhaltenEtG-Konzentration in pg/mg
Abstinenz0 -7
Mäßiger Konsum7 - 30
Intensiver Konsum30 - 50
Alkoholproblematikab 50

Forensis Haaranalyse

Parameter

Bestellnr.: 641001
Menge:

Evidens Haaranalyse (MPU Geeignet)

Parameter

Bestellnr.: 641102
Menge: